An der Tischtennisplatte hält Steffi Grebe trotz ihrer Behinderung auch mit nicht behinderten Sportlerinnen mit.
Foto: Ralf Grebe
Steffi Grebe hat eine große Leidenschaft und einen großen Traum - und beides geht Hand in Hand. Ihre Leidenschaft ist das Tischtennisspielen und ihr Traum ist die Teilnahme an olympischen Spielen - genauer gesagt an den Paralympics, den olympischen Spielen für behinderte Sportler. Denn die 22-jährige Heidgrabenerin ist ohne Hände und ohne rechtes Bein auf die Welt gekommen. Das hielt sie aber weder davon ab, ihr Abitur auf dem Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium zu machen und eine Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit zu beginnen, noch davon, sich intensiv auf das Tischtennisspiel zu konzentrieren. Wie ehrgeizig sie dabei zur Sache geht, zeigt der Gewinn der deutschen Meisterschaft im Tischtennis-Behindertensport, den sie jetzt holte.
Verantwortliche des Bundesverbandes für Behindertensport halten es sogar für denkbar, dass sie bei den Paralympics in London im Jahr 2012 an den Start gehen kann. Eines ist dafür allerdings notwendig: Steffi muss internationale Wettkampf-Erfahrung sammeln. Ihr erstes Weltranglistenturnier spielte sie bereits im vergangenen Jahr in Stuttgart bei den German Open. Dort hatte sie die Chance, gegen die Weltranglistendritte in ihrer Wettkampfklasse zu spielen. "Am Anfang habe ich mir mit 0:3 eine Packung abgeholt", gesteht Steffi Grebe. Doch insgesamt musste sie dreimal gegen diese Gegnerin spielen. Und siehe da, im letzten Spiel verlor die Heidgrabenerin das Spiel nur noch ganz knapp im fünften Satz. Das macht sie zuversichtlich. "Die Weltspitze ist nicht unerreichbar", sagt sie. "Ich bin auf einem guten Weg." Und das bestätigt auch die jetzt geholte deutsche Meisterschaft.
Ohne Fleiß kein Preis - das gilt auch im Behindertensport. Mit zwölf Jahren hat Steffi mit dem Tischtennis begonnen. Ihr Orthopäde hat ihr dafür eine Prothese mit Schläger gebaut, die sie am Stumpf des Unterarmes befestigen kann.
Während der Punktspielsaison spielt und trainiert sie mit den ersten Damen des Moorreger Sportvereins in der Bezirksliga. Probleme, mit den nicht behinderten Spielerinnen mitzuhalten, hat sie nicht. Außerhalb der Saison trainiert sie drei- bis viermal die Woche in Kaltenkirchen. Dort gibt es noch stärkere Spielerinnen, die Steffi Grebe noch mehr fordern. Angesichts dieses Einsatzes und ihrer guten Leistung ist auch der Deutsche Behindertensportverband auf sie aufmerksam geworden und hat sie 2006 in die Jugendnationalmannschaft berufen.
Doch jetzt gilt es, während der großen Turniere weitere Erfahrungen gegen die Weltspitze zu sammeln, um den Sprung zu den Paralympics zu schaffen.
Steffi Grebe hat gelernt, trotz ihres Handicaps zuversichtlich durchs Leben zu gehen. Ein für ihre Behinderung modifiziertes Auto verschafft ihr die Mobilität, um zum Training und zur Arbeit zu kommen. Auch in ihrem beruflichen Werdegang ist die Heidgrabenerin trotz ihrer Einschränkung bislang zielstrebig ihren Weg gegangen. Nach der Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit möchte sie ein Studium für Arbeitsmarkt-Management anschließen, um später einmal Schwerbehinderte am Arbeitsmarkt zu vermitteln. Sportlich ist das nächste Ziel die Europameisterschaft im kommenden Jahr.
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